Mandelernte

Wir haben einen Olivenbaum vor dem Eingang unseres Hauses. Im letzten Jahr sind die vielen Oliven alle vom Baum auf die Erde gefallen und haben dort viele dunkle Flecken hinterlassen. Wir hatten wochenlang zu tun, jeden Tag die Oliven weg zu kehren. Dieses Jahr waren noch viel mehr Oliven auf dem Baum. Wir dachten, bevor sie wieder alle herunterfallen und wir die Arbeit mit dem kehren haben, ernten wir sie doch. Es war sehr viel mehr Arbeit, als gedacht. Da der Baum in einem Rondel mit Pflanzen steht, konnten wir nicht einfach Tücher spannen oder auslegen, wie das üblicherweise gemacht wird. So hatte Helmuth die gute Idee, eine Tonne zwischen die Pflanzen zu stellen und obendrauf einen aufgespannten Sonnenschirm mit der Innenseite nach oben zu plazieren. Das war eine super gute Idee. Nun wurden zuerst die Reiferen mit einem Stock in den Schirm befördert und dann kletterte Helmuth in den Baum und auf die Leiter

um die noch Grünen, nicht so reifen zu pflücken. Wir hatten gute 5 Kartons voller Oliven. Nun begann die aufwendige Areit, alle zu sortieren. Eine Kiste mit schwarzen Oliven bekam der Nachbar um sie ein zu legen. Das ist sehr viel Arbeit. Wir mußten aber auch die restlichen Oliven sortieren und die schlechten entsorgen. Stundenlange Arbeit.

Danach brachten wir die Oliven zu einer kleinen Ölmühle, die für die Bauern aus der Umgebung das Öl pressen. Wir gaben die Oliven ab. Sie wurden gewogen. Sie ergaben immerhin 12 kg. Sie wurden in eine Kiste geschüttet und  mit einem Etikett versehen, damit wir auch das Öl von unseren Oliven bekamen. Am nächsten Tag durfte ich das gewonnene Öl abholen. Es waren über 3 Liter in einem Kanister. Für ganze 4 €, was sehr preiswert war. So konnte ich mein erstes Olivenöl in kleine Flaschen abfüllen und wir waren ganz stolz auf unsere erste Ernte.

Mallorkinische Bürokratie

Gottes Mühlen mahlen langsam- doch die in Mallorcas Bürokratie toppen alles.

Im Oktober 2016 hatte ich einen Wasserschaden. Zwei Monate konnte das Wasser durch eine gebrochene Rohrverbindung ins Erdreich fließen. Da sich das Leck einen halben Meter unter den Fließen im Haus Wirtschafts Raum befand, wurde der Schaden erst nach zwei Monaten vom Ableser der Wasseruhr entdeckt. Die Wasseruhr lief ständig, obwohl sich offensichtlich niemand im Haus befand. Wir waren zu dieser Zeit nämlich in Deutschland. Das Wasser wurde vorsichtshalber abgestellt. Danach wurde mit einigem technischen Aufwand erst einmal die Wasserleitungen gesucht und endlich das Leck gefunden. Der entstandene Schaden belief sich auf 2000 €. Ein netter Angestellter der Wasser Gesellschaft klärte mich auf, daß ich einen Teilbetrag von der Steuerbehörde wieder zurück bekäme, wenn ich einen Antrag stellen würde. Er half mir sogar netterweise beim Ausfüllen des Formulars. Dasselbe wurde dann an die entsprechende Behörde nach Manacor geleitet. Man sagte mir schon, daß die Auszahlung von immerhin über 700 € einige Zeit dauern könnte. Nach etwas über einem halben Jahr fragte ich mich  über mehrere Behörden  bis zu meinem Sachbearbeiter durch. Alles auf spanisch- Dieser und mehrere danach fertigten mich immer ab mit der Begründung, sie hätten viele Waaserschäden zu bearbeiten und ich müßte mich gedulden und warten. Nun war im Oktober ein Jahr vergangen und ich dachte, jetzt hätte ich lange genug gewartet. Diesmal war ein neuer Sachbearbeiter in der Leitung. Er sagte, ich müsse auf einen Brief von seiner Behörde warten- ich fragte warum? da kam die Antwort wegen fehlender Papiere. Da ich mit dieser Antwort nichts anfangen konnte, rief ich bei meiner Wasser Gesellschaft an und fragte den netten Sachbearbeiter um Rat, immer noch auf spanisch. Der antwortete; komme gleich vorbei, der Brief ist hier. Merkwürdig. Ich fuhr also nach Cala Millor zu der Wasser Gesellschaft. Dort hat man mir dann sogleich 3 Bögen mit den geforderten Anfragen der Behörde ausgestellt. Das eine war eine Bestätigung, daß ich Kunde bin, das andere, daß ich immer meine Wasser Rechnungen bezahlt habe. Damit konnte ich nun zu unserer Kreis Gemeinde nach San Lorenzo fahren und dort wurden diese Papiere abgestempelt und weiter geleitet nach Palma in die oberste Behörde. Auf meine Frage, was ich jetzt noch zu tun hatte, kam die Antwort: WARTEN..

Toll, nach einem Jahr werde ich informiert, daß noch Papiere fehlen! Erstens fragte ich mich, ob der freundliche Sachbearbeiter das nicht hätte wissen müssen beim Ausstellen des Antrages- Und zweitens hatte ich ja fast jeden Monat einmal angerufen um mich in Erinnerung zu bringen. Jetzt bin ich gespannt, ob es noch einmal ein Jahr dauert, bis ich mein Geld erhalte- 

Mallorcinische Ordentlichkeit und Sauberkeit

Mein Haus steht in einer Straße mit deutschen und mallorcinischen Nachbarn.

Auffällig ist, daß die Mallorciner ihre Grundstücke total verbarrikadieren, um jeglichen Einblick auf das Grundstück zu verwehren. Die Häuser, Grundstücke und Gärten sind sehr gepflegt und sehr sauber. Die Hecken werden, ganz nach deutscher Gründlichkeit auf den Millimeter gerade und genau geschnitten. Fast täglich fährt ein Kehrwagen durch die Straßen der Siedlung. Sogar sonn- und feiertags. Dieser bläst allerdings mehr Dreck und Staub in die Luft, als daß er wirklich vom Boden Schmutz aufnimmt. Das Kurioseste dabei ist ein Arbeiter, der vor, bzw. neben oder sogar hinter dem Kehrwagen herläuft und mit einem Laubpuster eigentlich den Dreck vom Bürgersteig vor den Wagen zu der Kehrmaschine pusten soll-  wir schauen immer amüsiert zu, wie er dieses Gerät munter hin und herschwenkt ohne jeden Nutzen, wenn er vor, neben oder gar hinter dem Wagen herläuft. Da denken wir immer: dieser Arbeiter wird echt fürs Spazieren Gehen bezahlt. Aber das wird nie kontrolliert- und so ist wohl der gute Wille schon wichtig.

Dafür hat man bei der Müllabfuhr jetzt Personal gespart. Seit einigen Wochen fahren riesige Ungetüme abends oder nachts den Müll in den neuen extra dafür ausgelegten Tonnen mit großen Greifarmen ab. Dafür benötigt man nur einen Fahrer, der das alles automatisch bedienen kann.  Die Anschaffung dieser Erneuerungen war dagegen sicher sehr teuer.

Die neuen Abfall Container sollen sicher auch verhindern, daß wie bisher üblich alles unsortiert und oft in großen Mengen oder gar sperriges Sperrmüllgut in die Abfall Behälter geworfen wird. die Neuen haben nämlich nur kleine Öffnungen und nicht wie die Alten große Klappen zum Aufklappen. Aber da ist der Spanier nicht zimperlich. Was nicht in den Behälter passt wird eben auf dem Bürgersteig oder der Straße entsorgt. Das ist die andere Seite, die leider auch besteht. Von Umweltbewußtsein und Mülltrennung sind viele Spanier noch meilenweit entfernt. Wir können nur mit gutem Vorbild vorangehen- aber die Sünder bleiben leider unbestraft.

Menu del dia

Ich war noch nie so oft mittags auswärts essen, wie hier auf Mallorca. Das hat einen guten Grund. In fast allen Lokalen werden Mittags Menüs angeboten für 8 - 9 €. Dabei werden jeweils drei Vor- und drei Hauptspeisen angeboten. Desweiteren sind in diesem Preis immer eine Nachspeise sowie Wein und Wasser enthalten.

Die Vorspeisen sind wahlweise Salate, Nudeln, oder Suppen- davon gibt es so reichlich, daß ich schon satt bin- ach ja, vor dem Essen bekommt man immer einen Korb Brot, wunderbare Oliven und ein Schälchen Knoblauchcreme an den Tisch gebracht- auch inclusive. Bei den Hauptspeisen gibt es wahlweise, Fleisch, Fisch oder Hühnchen, meist mit Kartoffelvarianten als Beilage. Dazu trinkt man einen guten Hauswein in rot oder weiß und natürlich Wasser.

Der Nachtisch variiert auch. Es werden Eiscreme, Pudding, Kuchen oder Früchte angeboten. Das alles für 8 €. Dafür kann ich nicht kochen- So treffen wir uns oft mit Freunden zum Mittagessen in einem der Lokale. Hier in Sa Coma können wir zu Fuß in wenigen Minuten hin laufen. Neben diesem Angebot gibt es einige sehr große Selbstbedienungs Restaurants- wo man auch für 9-10 € essen kann, soviel man mag und sich am Buffet bedient. Oft gibt es einen Grill. Man sucht sich sein Fleisch aus und es wird dann frisch gegrillt an den Tisch gebracht. Auch da sind Wein und Wasser inclusive. Dies ist, so habe ich mir sagen lassen auf eine Initiative des spanischen Staates zurück zu führen. Es sollte allen Arbeitern immer ein preiswertes Mittagessen möglich sein. Wir profitieren gerne davon.

Winter auf Mallorca

Wenn man in Deutschland Mallorca hört, denkt man an die Sonnen Insel. Man kann sich gar nicht vorstellen, daß es auf dieser Insel auch für einige Wochen bitter kalt und ungemütlich sein kann. In den Monaten November bis mindestens Ende Januar zieht der Winter auf Mallorca ein. Oft hat man natürlich Tage, an denen es in der Sonne noch schön warm ist. Man kann in dieser Zeit wunderbar spazieren gehen oder wandern- auch radeln, wenn der Wind es zuläßt. Aber so gegen 17.00 Uhr, wenn die Sonne tief steht und wenn es Abend wird, dann wird es etwas ungemütlich, sprich kühl. Die alten mallorcinischen Häuser sind nicht gut isoliert und haben oft nur einfach verglaste Fenster. Wenn man heizt, geht viel Wärme verloren und sobald man die Heizung ausmacht, kühlt das Haus sofort wieder auf 15 Grad runter. Das ist im Sommer wunderbar, fühlt sich aber im Winter etwa wie im Kühlschrank an.

Leider habe ich so ein wunderbares Haus. Kein Keller, alles gefließt und eben die Fenster und Türen mit großen Lüftungs Spalten und einfach verglasten Fenstern. Einen riesigen Kamin, der aber am falschen Platz steht und ohne Kamin Kasette gar nichts nutzt. Eine wunderbare Zentral Heizung, die auch super warm wird, sich aber ihre Energie aus 2 Camping Gas Flaschen holt. Fazit: alle paar Tage müssen die Flaschen erneuert werden . (schon wieder wie beim Campen) Meine Nachbarn sind aus diesem Grund nur von Ende April bis Ende Oktober hier auf der Insel. Das gilt es wahrlich zu überlegen. In Deutschland ist es zwar oft viel trüber und auch draußen kälter- dafür aber drinnen gemütlicher. Was haben wir für ein Glück, in Deutschland mit den gut geheizten Wohnungen. Dafür muß man erst einmal imAusland leben und diese Bedingungen kennen lernen.

Das Wasser Leck

Auf Mallorca ist das Wasser sehr kalkhaltig. Ungefähr 3-4 mal so viel, als in Deutschland. Mein Haus ist 27 Jahre alt und dementsprechend sind auch Rohre und Leitungen in diesem Alter. Ich hatte schon mal vorne im Garten am Eingang eine kleine Pfütze, die aus unergründlicher Quelle entstand. Bis wir buddelten und auf ein Leck im Wasser Rohr stießen. Das war schnell repariert. Nun war ich für fast 3 Monate in Deutschland im letzten Sommer. Kurz vor meiner Rückkehr meldeten sich meine Haushüter und sagten mir, daß mein Wasser abgestellt worden sei.  Was konnte ich von Deutschland aus tun? Nichts- also mußte alles erst mal so bleiben und ich hatte dann das Vergnügen, die spanische Wasser Gesellschaft an zu rufen. Es folgte eine längere Erklärung, natürlich in Spanisch- Ich habe ungefähr verstanden, daß ich wohl ein größeres Loch hätte mit reichlichem Wasser Verust. Zuerst dachte ich, das Wasser sei abgestellt worden, weil ich vielleicht die Rechnung nicht bezahlt hätte- aber so war es nicht. Das Wasser wird hier alle 2 Monate abgelesen und der Mann vom Wasser Werk, bemerkte, daß die Uhr ständig lief, obwohl niemand im Haus war. Daher stellte er das Wasser vorsichtshalber ab. Da so etwas hier in der Gegend öfter vorkommt, wissen die Männer da schon, was Sache ist.  Nun mußte der gute Mann nochmal kommen und hat ein Leck gesucht. Es wurde auch ein Loch entdeckt, im vorderen Bereich am Wasser Eingang. Der Installateur konnte das Loch auch gleich reparieren und kontrollierte nochmals, die Sachlage.. aber wir hatten uns zu früh gefreut. Leider lief die Uhr immer noch, besser gesagt, sie raste... also mußten wir das Wasser wieder abstellen. Das bedeutete: neben jeder Toilette stand eine größere Wasserflasche und an jedem Waschbecken eine kleinere Flasche. Wir kamen uns vor, wie früher beim Camping.  2 Tage später kam dann ein Spezialist aus Palma mit einem speziellen Such Gerät und suchte zunächst mal den Verlauf der Wasser Leitungen. Dafür gibt es auf Mallorca selten Pläne- Denn auch wenn der Architekt die Leitungen eingezeichnet hat, die Arbeiter legen dies, wie es ihnen am Besten scheint. So ist das erst mal ein Suchen, wo gehen die Leitungen über das Grundstück und wo führen sie ins Haus. Nachdem das geortet war, begann die Suche nach dem Leck. Es wurde nach einigen Stunden geortet. Nun mußten 2 Handwerker erst einmal den Boden aufstemmen und die Leitung frei legen. Aber welch eine Überraschung: es war alles trocken- also an dieser Stelle gab es kein Leck. Der gute Mann kam aus Palma noch einmal angereist und suchte nochmal ganze 5 Stunden, bis mein Hauswirtschaftsraum aussah, wie eine Baustelle- aber endlich war das Leck gefunden. Es war einen halben Meter unter der Erde unter den Kacheln und von daher war oberirdisch nichts zu sehen- Alles verrann in die Erde.

Nun wurde alles repariert und wieder geschlossen und neu gekachelt. Der Spass kam auf 500€ . Einige Tage später dann die große Überaschung: die Rechnung vom Wasser Werk: 1.500 € . Wasser, das einfach in die Erde gesickert ist. Das war ein teures Vergnügen. Man hätte mit meinem Wasser Verlust mehrere Schwimmbäder füllen können. Und wir haben das ganze Jahr immer und überall Wasser gespart. Das war schon ein Schlag. Da dies aber ein Schaden war, bekomme ich Anteile des Abwassergeldes wieder retour. Immerhin.

Das sind die Kehrseiten der Medaille.

Der Lumpensammler

Bei meinem letzten Strandbesuch wurde ich von einem Regenschauer überrascht. Ich beshloss, unter meinem Sonnenschirm ab zu warten, bis die Sonne wieder scheinen würde. Es dauerte auch nicht sehr lange und der Regen war vorbei. Allerdings erwies sich der Sonnenschirm nicht als guter Regenschirm. Denn an mehreren Stellen wurde ich von oben nass. Da ich aber sowieso im Badeanzug war und die Temperaturen angenehm waren, machte mir das nicht viel aus.

Der Sonnenschirm war aber leider auch als Sonnenschutz nicht mehr sehr tauglich, da er mehrere Risse aufwies. So entsorgte ich ihn am Ende meines Strandbesuchs in einem größeren Müllbehälter. Den unteren Stab nahm ich aber mit als Ersatz für mein Sonnenschirm Sortiment. Zuhause angekommen erwartete ich Besuch von einem Freund. Der kam kurze Zeit später mit seiner Vespa angebraust und zeigte mir ganz stolz einen Fund. Ein Sonnenschirm fest an die Vespa gebunden mit einem Bambusstab. Ich bot meinen unteren Stab zum ausprobieren an. Der passte genau. Was ja besser war, als der Bambusstab.

Nachdem wir uns erzählt hatten, an welchem Strand wir waren, stellte sich heraus, daß es der gleiche Strand war. Mein Freund hatte sich also meinen weggeworfenen Schirm aus dem Müll gefischt.. kein Wunder, daß der Stab so gut passte.

Meine neuen Nachbarn

Ich habe wirklich Glück mit meinen Nachbarn.

Zunächst war es so, daß mein Haus zur Linken bis auf wenige Wochen im Jahr unbewohnt war. Doris und Juan konnten nur in ihren Ferien das Haus nutzen, da sie beide noch arbeiten und die Kinder noch an die Ferien gebunden waren. Der Rest des Jahres hatte ich keine Nachbarn. Nun haben die Senioren beschlossen, ihr Haus zu verkaufen und in das Gästehaus zu ziehen. Das ist zwar recht klein aber es hat alles, was man benötigt und es reicht den älteren Herrschaften aus. Vor allem war es ihnen wichtig, keine Treppen mehr zu haben. Hier ist alles auf einer Ebene. Na und das Meer ist nicht weit, das Schwimmbad ist vor der Tür- was will man mehr. Zunächst dachte ich, daß mein Schwimmen in diesem Pool nun ein Ende hätte- aber wir haben uns wunderbar geeinigt. Immer wenn Horst und Julia das Haus verlassen, geben sie mir Bescheid und ich kann mich austoben. Dann gehört der Pool ganz alleine mir. Mein Nachbar von Gegenüber ist ein Spanier, ja sogar Mallorciner. er lebt mit Frau, Schwiegermutter und 2 Töchtern in einem sehr großen Haus. Er hilft mir, wann immer ich ihn um Hilfe bitte. Außerdem baut er gerade einen sehr aufwendigen Pool in seinem Garten und hat mir von daher einen kleinen Pool zum Planschen geschenkt. Er hat ihn auch aufgebaut und mir alles zur Reinigung und Wartung erklärt.

Dieser Pool ist, so klein er auch sein mag, eine Freude. Meine Gäste und ich, wir nutzen ihn bei der Hitze täglich mehrmals. Ein kurzes Eintauchen genügt und man ist wieder erfrischt.

Von diesem Einheimischen Nachbarn erfahre ich auch viel Tipps. So z.B. daß man in den Monaten ohne R kein Regenwasser in die Zysterne laufen lassen soll. Weil da zu viele Blüten, Pollen und Schmutz angeschwemmt wird.

Dieser Nachbar ist Bau Unternehmer und gibt mir auch Tipps für Haus und Garten. So habe ich meine Zisterne ganz ausgepumpt und komplett reinigen lassen, damit wieder frisches Wasser einlaufen kann. Er hat auch da mit seinem Fachwissen helfen können und die Arbeiten kontrolliert. Außerdem hütet er meine kleine Schildkröte während meiner Deutschland Aufenthalte, da er in zwei Beeten mehrere Schildkröten hält. Nun habe ich zu meiner großen Freude auch an der rechten Seite wieder einen Nachbarn. Allerdings bezeichnet der sich als Interims Nachbar, da er das Haus zunächst nur vorübergehend und nur ab und an bewohnen wird. Dieses Haus stand mehrere Jahre leer und es muß sehr viel repariert und neu installiert werden, bevor es zum möglichen Verkauf angeboten werden kann. Der Pool war bisher eine schmutzige Schlammwüste und der Garten eine Unkraut überwucherte Fläche. Nun ist das alles wunderbar im Werden. Der Garten wird nach und nach gestaltet und der Pool wurde gesäubert und inzwischen auch mit Wasser befüllt. Nun darf ich auch diesen Pool zum Schwimmen nutzen. Ich habe die Schlüssel zu beiden Häusern und habe die Wahl, wo ich Schwimmen möchte. Dank meiner lieben Nachbarn geht es mir also wirklich sehr gut. Man hilft sich und geht ab und an zusammen essen. Das ist weit mehr, als ich in Deutschland je mit Nachbarn erlebt habe. So fühle ich mich hier recht zuhause in meiner neuen Umgebung und habe wirklich kein Heimweh.

Strafzettel

Ein Jahr ging es gut.. aber jetzt haben sie mich doch erwischt und geblitzt. Mit gerade mal 10 km über der erlaubten Geschwindigkeit. Der Strafzettel kam und zeigte 100 €. Das ist ein stolzes Sümmchen. aber hier auf Mallorca kann man die Summe halbieren, wenn man in einer Frist von 20 Werktagen den Strafzettel bezahlt. Also immerhin noch 50€. Auch noch genug für 10 schlappe Kilometer drüber. Im Sommer sind die Ordnungshüter hier etwas aktiver, wegen der erhöten Frequenz von Touristen Autos. Nun denn. Ich bin zu meiner Bank gefahren mit dem Fahrrad, da ich ja dachte, das ist um die Ecke und geht schnell. Aber in der Bank sagte man, ich könne diesen Strafzettel nicht über mein Konto bezahlen...Nur auf der Post oder bei einer bestimmten Bank. Also ich aufs Fahrrad und nach Cala Millor zur Post gefahren. sind so 15 Minuten. Dort nahm der Scanner meinen Strafzettel nicht an.. Also weiter zur Bank gefahren. Immer mit Wartezeiten an den Schaltern verbunden- fast wie bei uns... als ich endlich dran war wurde mir gesagt: sorry, aber Strafzettel können nur dienstags und donnerstags bezahlt werden...toll- ich hätte eine Bombe werfen können. Dann also erneut zur Post am nächsten Tag und siehe da, nach 3 Fehl Versuchen endlich konnte ich meinen Strafzettel mit der Hälfte der Gebühr bezahlen....geht doch...

Winter auf Mallorca

Man sagt ja, Mallorca die Sonnen Insel. Das trifft auch weitgehend zu. Selbst wenn es regnet, habe ich den Eindruck, daß es nie so dunkel und trübe wie in Deutschland ist. Aber da wir uns auf einer Insel befinden, haben wir sehr viel mehr und sehr viel stärkeren Wind als im Rheinland. Nun denn, auch hier gibt es eine Winterzeit und die ist nicht gemütlich, sondern eher naß und kalt. Und wenn es hier regnet, dann ist das wie mit dem Wind. Es prasselt und gießt wie aus Kübeln. Die Straßen sind überflutet und überall bilden sich regelrechte Seen. Da nutzt kaum ein Schirm. Man wird einfach rundum naß.

Da die Häuser auf Mallorca alle mehr für die Hitze gebaut sind, ist es eher kühl in den Räumen. Außerdem haben speziell die älteren Häuser alle keine Heizung. Man heizt hier vorwiegend mit Strom. D.h. in den Räumen befinden sich Elektro Radiatoren, Heizstrahler oder Gasöfchen mit einer Gasflasche. Die Heizleistung beträgt oft nur wenige Meter vor dem Gerät. Auch die Kamine sind oft mehr Zierde, als Heizung. Denn sie verfeuern das Brennmaterial, ohne wirklich Wärme in den Raum ab zu geben. So begnügt man sich mit einem oder zwei Räumen, die man nutzt und der Rest des Hauses bleibt kalt. Das ist sehr ungemütllich- vor allem im Bad. Natürlich haben die moderneren Häuser oder Wohnungen alle schon eine Zentralheizung und sind rundum warm. Wir haben in meinem Haus zwar eine Zentralheizung mit Gastherme, aber noch kein Erdgas. Da die Vorbesitzer wohl abgehärtete Mallorciner waren, haben sie keine Verbesserungen vorgenommen. So haben wir als Energiequelle nur 2 mittelgroße Gasflaschen. Also nicht genug, um das ganze Haus zu beheizen. Das ist die Kehrseite der Medallie. Fühle mich oft in meine Kindheit zurück versetzt, wo man auch noch mit Kohle und später mit Ölöfen nur ein bis zwei Räume beheizt hatte. Aber wir haben Hoffnung, daß in ein bis zwei Jahren auch hier nach Sa Coma Erdgas verlegt wird. Bis dahin müssen wir mit dem Zustand leben und uns eben warm anziehen.

Fremdsprache

Kürzlich war ich im Müller Markt im Nachbarort um einige Dinge ein zu kaufen. Unter anderem auch Handseife.Ich fragte einen netten, jungen Verkäufer auf spanisch: hay sopa de Mano? (gibt es Handseife?) er sah mich etwas verwundert an und zögerte. Ich war schon leicht aufgebracht und dachte bei mir, ich rede doch laut und deutlich. Also wiederholte ich noch einmal meine Frage. Er zeigte immer noch breit grinsend nach oben in den 1. Stock. Dort fand ich auch die gesuchten Flaschen mit Handseife.. allerdings war auf dem Etikett Jabon de mano und nicht sopa de mano, wie ich es gefragt hatte.Ich hatte nach Handsuppe gefragt....voller Überzeugung, das Richtige gesagt zu haben....so kann es gehen- er war bewundernswert höflich und nett mit mir...ich hätte sicher im umgekehrten Fall laut gelacht.Das nennt man learning by doing....

 

 

Die Heiligen

In Spanien und so auch in Mallorca werden viele Heilige verehrt und gefeiert. Das beginnt am Jahresanfang mit den Heiligen drei Königen. Da wir auf einer Insel leben, kommen die 3 Könige mit dem Schiff übers Meer und werden von den Bewohnern jubelnd empfangen. Wir dachten, daß diese Zeremonie etwas feierlich und so wie wir es kennen von unseren Prozessionen, ablaufen würde. Aber nicht in Spanien. Da ist es eben anders. Ein kleiner Umzug mit dekorierten Wagen wie bei uns Karneval und auch kleine und große Leute in Faschingskostümen. Dazu entsprechende Musik und viel Tam Tam.

Es werden Bonbons verteilt...man könnte rufen "Kamelle de Prinz kütt".

In dieser Art wird auch der Heilige Antonius gefeiert. Aber noch größer und spektalurärer. In jeder Gemeinde werden an allen Ecken von den Bewohnern riesige Holzhaufen aufgestapelt und abends abgebrannt. Der Höhepunkt ist dann, dass man die Glut nimmt und kleine Grillroste drüber stellt oder legt und Fleisch und sehr fette und scharfe Würste darüber anbrät. Dazu bewegen sich überall kleine, maskierte Kinderteufel. Am Tag dann mit viel Trommel und Musik kommen die großen Teufel, die tanzen immer nach der gleichen Melodie im Kreis in hüpfenden Schritten und ärgern einen als Pastor dargestellten Mitspieler, der immer versucht, aus der Bibel zu lesen oder die Leute zu segnen. Da wird die Kirche etwas verulkt. Dazu gibt es tagsüber große Umzüge mit vielen dekorierten Wagen. Es ist eine Mischung aus Karneval und Ernte Dank Fest. Alle möglichen Tiere werden an Leinen oder sogar auf den Wagen gebracht und von einem richtigen Pastor gesegnet- Der segent alles, was ihm vor die Füße kommt...auch Autos und Wagen und Menschen.

Viele sind maskiert und in landestypischen Trachten. Handwerk wird dargestellt, Fischer, Bauern, Weber, Steinmetze. Alles, was man auf den Wagen darstellen kann. Ein schönes Spektakel. Sicher soll damit auch der Winter vertrieben werden.

Danach gehen alle Mitwirkende gemeinsam essen und die Zuschauer bekommen heiße Schokolade und Semadas. Die mallorcinischen Hefeteilchen. Man hat das Tanzen und die Musik und die Segnungen der Tiere auf dem Platz vor der Kirche vorgenommen und man hatte sogar Stühle für die Zuschauer verteilt. Es war wieder eine Bereicherung, neue Gebräuche und Sitten meiner neuen Heimat kennen zu lernen.

 

 

 

Zwischen zwei Welten

Nun leben wir schon über ein halbes Jahr auf Mallorca und in dieser Zeit war ich auch schon zwei mal in Deutschland. Ich fühle mich in unserem Haus in Lügde auch sehr wohl und genieße die Zeit dort mit allen Vorteilen. Dort haben wir einen herrlichen Weitblick über die Stadt und das Land, was ein ganz neues Gefühl der Freiheit gibt. Morgens beim Frühstück über das Land zu schauen und den weiten Himmel mit den verschiedenen Himmelsvariationen- das ist einfach schön.

So fällt es mir immer schwer, dieses Haus zu verlassen und kurz vor der Abreise stellt sich immer die Frage, warum bleibe ich nicht hier? Danach beginnt das leidige Kofferpacken und die Sorge um das eventuelle Übergepäck.

Die nächste Aufregung ist immer ob alles terminlich mit Taxi, Bahn und Flug klappt. Sitzen wir dann endlich im Flieger, das Gepäck ist durchgescheckt, die Sicherheitskontrollen sind passiert und alle Aufregung war unnötig. Dann stellt sich langsam die freudige Erwartung auf das andere Leben auf Mallorca ein.

Ich kann von vier Heimatorten sprechen: der erste ist meine Heimatstadt Neu-Isenburg, wo ich aufgewachsen und zur Schule gegangen bin und wo ich über zehn Jahre meine erste Kunstschule hatte. Ich habe noch immer freundschaftliche Verbindungen zu ehemaligen Schülerinnen von dort.

Meine zweite Heimat ist Hennef, wo ich mit meinem verstorbenen Mann über zwanzig Jahre gelebt habe. Hier hatte ich meine zweite Kunstschule über zwanzig Jahre und habe noch viele Kontakte zu meinen ehemaligen Schülerinnen.

Nun kommen Lügde und Mallorca als dritte und vierte neue Heimatorte hinzu.

Immer wenn ich in Deutschland bin, will ich natürlich möglichst viele Kontakte pflegen und besuche meine drei Heimatorte, das ist jedesmal eine organisatorische Herausforderung. Ich fühle mich in meinen beiden neuen Heimatorten immer noch wie ein Tourist. Denn alles ist neu und fremd und es gilt an beiden Orten viel Neues zu ebtdecken. Auch in den Häusern komme ich mir oft wie ein Besucher vor. Es ist immer neu und ungewohnt. Man läuft in die falsche Richtungen, man sucht Dinge an den falschen Orten und man vermutet Dinge am Platz, an dem sie eben an dem anderen Ort sind. Das ist nicht immer einfach aber es ist und bleibt spannend und erfordert einen wachen Geist-

Mallorcinisches Frühstück

Wie bereits beschrieben, bin ich sehr aktiv als neues Mitglied im Senioren Club von Sa Coma. Nun wurden wir informiert, daß man dort einmal wöchentlich ein Frühstück veranstaltet für ganze 2,50 €. Das wollten wir einmal mit machen. Also haben wir uns angemeldet und den Obulus gezahlt und sind natürlich ohne unser übliches Frühstück zu dem Veranstaltungsraum gelaufen. Wir erwarteten ein übliches Frühstücks Buffet- mit Brot, Brötchen, Marmelade, Butter, Wurst und Käse und Kaffe oder Tee....um so größer war unsere Überaschung, was wir vor fanden.

An jedem Platz war ein Teller und ein Steakmesser und ein Glas. Auf dem Teller befanden sich eine Scheibe Wurst, so eine Art grober Leberwurst und eine Scheibe dünnen Käse. Auf dem Tisch standen Körbe mit mallorcinischem Weißbrot. Dazu gab es Tomaten, Oliven, Olivenöl eine große Sobrassada Wurst. Das ist eine typische Wurst von hier. so einen Art Mettwurst, etwas scharf gewürzt. Und statt Kaffee oder Tee: Rot- und Weißwein!!! Wir waren mehr als überrascht- Also machten wir es wie die Mallorciner, beträufelten das Brot mit Olivenöl und aßen die fette Wurst sowie Tomaten und Oliven dazu..auch der Wein mußte sein..für uns früh um 10.00 Uhr wirklich etwas sehr gewöhnungs bedürftiges.. Danach gab es einen kleinen Espresso natürlich mit entsprechendem Schuß Cognac oder Rum. Das war so eine Art Bauern Frühstück- Es war zwar sehr ungewohnt aber wir hatten nette mallorcinische Nachbarn am Tisch, mit denen wir uns radebrechend amüsiert haben. Und trotz großer Skepsis ist uns alles gut bekommen.

Da kann man nur sagen: andere Länder, andere Sitten.....

Neue Aktivitäten

Wenn jemand glaubt, daß der Winter auf Mallorca eine ruhige und langweilige Angelegenheit sein könnte, der hat sich gewaltig getäuscht. Ab dem Monat Oktober beginnen hier auf der Insel die Aktivitäten der älteren Einheimischen. Jeder Ort und sei er noch so klein, hat eine sogenannte Asocciacion- also eine Art Club oder Vereinigung für ältere Bürger. Und jede Vereinigung hat ihren Präsidenten - Ich kenne nun schon die Präsidenten mehrerer Orte meiner Umgebung. Denn jeder empfiehlt natürlich einen anderen Ort, wo er seine Freizeitaktivitäten unternimmt. So habe ich nette Nachbarn, Julia und Horst, über die bin ich zunächst nach Porto Cristo gekommen und habe dort einige Veranstaltungen mit gemacht. Danach kam ich mit Claus und Hilde unseren deutschen Freunden nach Cala Millor - dort haben wir mit einer netten Gruppe Gymnastik gemacht. Jetzt endlich bin ich über diese Umwege wieder auf Empfehlungen in Sa Coma gelandet...siehe da, dieser Club befindet sich noch keine zwei Strassen von mir entfernt. Ist also super gut erreichbar. Und nun haben wir schon einen Wochen Stundenplan für alle Aktivitäten aufgestellt, weil wir sonst ganz durcheinander kommen vor lauter Terminen. Der Plan ist schon gut gefüllt: Dienstags haben wir 2 Stunden Spanisch Unterricht, was sehr anstrengend ist- eine Lehrerin, die natürlich nur Spanisch spricht und alle Erklärungen auch nur so vermittelt. Und da meine Freundin und Helmuth noch sehr wenig Spanisch verstehen, muß ich immer übersetzen und erklären, was mir eine neue Herausforderung eingebracht hat: die Lehrerin will mit mir und einer Kollegin zusammen spanisch/deutsche Konversation machen- ich fühlte mich geehrt. Mittwoch steht Reihen Tanz auf dem Plan. Das scheint ja auch in Deutschland schon länger in Mode zu sein. Aber ich mußte erst nach Mallorca kommen, um dieses Vergnügen kennen zu lernen. Wir haben einen Tanzlehrer, der uns diese Schritte für die verschiedenen Tänze beibringt...es ist echt schwer und wir sind jedes Mal zwar begeistert, aber auch total ko und durchgeschwitzt. Es sieht so leicht aus und macht so viel Freude aber es ist gar nicht einfach, die immer neuen Schritt Kombinationen zu erlernen. Am Donnerstag machen wir normale Gymnastik und am Freitag ist nochmal eine Tanzstunde, die aber etwas leichter in der Schrittfolge ist und eher an Volkstänze erinnert. Alles macht sehr viel Freude, alles ist natürlich in Spanisch erklärt und wir sind in mehrfacher Hinsicht gefordert. Die Mallorciner/innen sind alle super nett und hilfsbereit und einige bemühen sich auch mit uns Deutsch zu reden. Es ist wunderbar.Wir treffen oft zu den verschiedenen Veranstaltungen die gleichen Leute und man kennt sich schon. Dieser Kontakt zu den Einheimischen ist für uns sehr wichtig und bringt uns Land und Leuten näher. Allerdings ist es oft nicht einfach, die Mallorciner zu verstehen, da sie untereinander in Mallolrcin(das ist wie Katalan) reden. Das ist schlimmer als Kölsch...man versteht nichts- aber das kommt vielleicht auch noch nach und nach. So leben wir uns in unsrer neuen Heimat immer besser ein und finden neue Freunde.       

Saison Ende

Auch auf Mallorca geht der Sommer dem Ende entgegen. Tagsüber ist es oft noch sonnig mit blauem Himmel und einigen Wolken aber immer noch bei 20 Grad. So konnten wir bis jetzt immer noch frühstücken und Mittag essen auf der Veranda. Erst am Abend wird es merklich kühler. Aber wir benötigen immer noch keine Heizung und sind tagsüber die meiste Zeit im Freien. Die Tage haben wir ein großes Beet am Eingang mit schwarzer, dickerer Folie ausgelegt und für  die Pflanzen Öffnungen ausgeschnitten, damit sie Wasser erhalten. Das sieht jetzt aus wie Wasser mit Pflanzen Inseln. Wir nennen es das Schwarze Meer. Jetzt werden wir erst mal einige Läden abklappern und uns nach den Preisen für Steine erkundigen. Dann werden verschiede Steine auf die Folie gelegt. Es soll wie ein mediterraner Steingarten werden.

Am 17. Oktober hatte ich hier mein Einweihungsfest für Freunde und Nachbarn. Wir hatten für nachmittags eingeladen und ein riesiges Buffet mit Tappas vorbereitet. Es kamen etwa 30 Besucher. Ich hatte auf dem Vorplatz an allen Steinmauern und auf Staffeleien meine Bilder ausgestellt. Das Wetter spielte mit. Wir hatten strahlenden Sonnenschein und keinen Wind. So blieben alle Bilder stehen. Ich habe mehrere Malvorführungen gemacht und die Leute wie immer damit begeistert. Leider ist nur ein kleines Bild verkauft worden, aber jede Menge Postkarten von meinen Bildern fanden Absatz. Es war ein gelungener Nachmittag und ich habe zwei meiner Nachbarn kennen gelernt. Für mich war es ganz besonders schön, daß viele Leute von meinem Haus begeistert waren und natürlich auch von meinen Bildern. Ich habe im ganzen Haus viele Bilder aufgehängt. Es ist fast wie eine kleine Galerie.

Meine netten Nachbarn von nebenan haben mir neue Kontakte zu wichtigen Männern verschafft. Der eine ist Redakteur einer Lokalzeitung von hier und wird einen Artikel über mich und meine Arbeit schreiben.  Der Andere ist Präsident eines Bürgervereins von Manacor und  vermittelt mir in Manacor eine Ausstellungs Möglichkeit. Das ist doch ein super Start. Nun muß ich noch anfangen mit dem Malen. Aber da jetzt die Badesaison ein Ende hat, kommt auch die Zeit, wo man drinnen mehr macht. Mit dem Unterrichten werde ich sicher ganz anders hier arbeiten. Eher Tageskurse anbieten oder Kurzzeit Kurse- keine längeren Kurszeiten, wie in Deutschland. Das muß sich noch entwickeln. Ich habe ja in 5 Monaten schon viel erreicht und bin zufrieden.

Freue mich, daß ich noch zu vielen meiner Ex- Schüler so regen Kontakt habe und grüße hiermit alle von der Insel.

 

 

 

Inselbrief

Die Zeit vergeht auch hier sehr schnell. Schon sind drei Monate vorbei und ich habe immer noch das Gefühl, ich mache hier Langzeit Urlaub. Wird wohl auch so sein. Ich hatte ja fast die ganze Zeit Besuch im Haus. Dadurch habe ich viele Ausflüge mit dem Auto unternommen und war oft am und im Meer. Da erlebe ich die Zeit wie meine Gäste eben als Urlaub. Es ist ein völlig neues Leben. Sehr frei von allen Terminen und Verpflichtungen. Es gefällt mir sehr diese freie Zeit Einteilung- den Tag nehmen, wie er kommt und machen, wozu man gerade Lust hat. Es gibt ja so viele Möglichkeiten. Gestern waren wir zu 4. auf einem organisierten Ausflug- das hat Vor und Nachteile- die Massen Abfertigung und die eingeschränkte Freiheit der eigenen Zeiteinteilung, das hat uns schon sehr gestört. Aber alles in allem war es ein sehr gelungener Tag und wir haben viel von der Insel gesehen. Wir waren mit dem Bus bis Sa Calobra- einer Felsenschlucht. Von dort ging es mit dem Boot bis Puerto Soller und von da mit einer alten Straßenbahn bis Soller. Von da dann mit dem alten Zug bis Palma. diese Zugfahrt empfanden wir aber nicht so schön, da man derzeit nichts Besonderes sieht und der Zug sehr laut ist. Am Abend waren wir alle geschafft.

Mein Haus raubt mir meine letzten Reserven. Es ist die reinste Geld Vernichtungs Anlage. Das große Terassendach von über 55 qm mußte ja komplett erneuert werden, wegen Wasserschäden in den Zimmern. Jetzt mußte auch noch das vordere Veranda Dach von 36 qm komplett erneuert werden...da hatte es beim letzten Gewitter ordentlich rein geregnet. Und da das mein Sommer Wohnzimmer ist, mußte es auch gemacht werden. Beim Anheben der ersten Dachziegel kam zum Vorschein, daß die Ziegel nur auf die Tonplatten, die als Decke zwischen den Balken liegen, aufgeklebt waren- keine Isolation in keiner Weise...Pfusch hoch drei...  da konnte man nichts reparieren, was der ursprüngliche Plan war. So geht das hier Ecke für Ecke. Im Hauswirtschaftsraum waren die Fußbodenkachel kaputt und lose und sollten erneuert werden. Dabei stellte sich heraus, daß die ganzen Fußboden Kacheln einfach nur auf Gartenerde geklebt waren...unfassbar... das konnte ja nicht halten. Aber das ging wenigstens mit einigen Ersatzkacheln zu reparieren- aber auch da muß langfristig alles raus und Zement trunter...so ist das hier..viel Schönes aber auch viele Mängel. Trotzdem fühle ich mich in dem Haus sehr wohl und möchte es nicht gegen ein Moderneres tauschen. Hier ist eben viel Charme und Individualtät, das hat auch einen Wert.

Inselbrief

 

Nun bin ich schon 3 Monate auf der Insel. Die Zeit vergeht wie im Flug.

Immer noch werkele ich am Haus. All die Sünden der Vorbesitzer müssen beseitigt werden. Alleine die Treppe zur Dachterrasse mußte ich stundenlang mit Stahlwolle bearbeiten, um die Flechten zu beseitigen. Nun hat sie wieder eine schöne, helle Steinfarbe und ist obendrein versiegelt. Ich habe angefangen, alle alten Schränke, die ich mit übernommen hatte, im Shabby Look weiß matt an zu streichen. Das ist eine langwierige Prozedur und muß mehrfach wiederholt werden. Aber so sehen die Schränke besser aus und wirken leichter. Seit ich hier lebe, habe ich bis jetzt durchgehend Besuch gehabt. So wird es hier auch nie einsam. Jeder Besuch hat neue Ideen zum Verschönern des Hauses. Natürlich wird nicht nur gearbeitet. Wir fahren rundum auf alle Märkte und sehen uns die Städtchen an. Das Baden im Meer und in Nachbars Pool ist auch jeden Tag auf dem Programm. Bis jetzt kann ich nur sagen, es lebt sich gut hier. Es ist wie ein Jungbrunnen. Seit ich hier lebe, habe ich keine körperlichen Beschwerden irgendeiner Art. Es geht mir nur gut. Ich habe kein Heimweh, da ich ja mit vielen meiner Freunde in Konakt bin. Da ich hier auch dauernd neue, interessante Menschen kennenlerne, vermisse ich nichts. Es freut mich, in mehreren Sprachen reden zu können und ich lerne täglich neue Wörter in Spanisch dazu. Mein Atelier-Raum wird auch bald fertig gestellt sein. So langsam bereite ich mich hier auf einige Malkurse vor. Mit dem Malen habe ich noch nicht begonnen, weil das Haus meine ganze Zeit beansprucht hat.

Freue mich von Euch zu hören und hoffe, alle sind gesund und munter.

Hochsommer

Derzeit sind alle Strände so dicht bevölkert, daß man um ins Wasser zu kommen um Liegen, Handtücher und Bade Utensilien herum laufen muß. Wir haben zwar unsere eigenen Liegen und auch Sonnenschirme. Aber um uns herum ist schon ordentlich was los. Auch das Wasser ist nicht so erfrischend und natürlich auch so richtig voll mit Menschen und Luftmatratzen und Schwimmreifen. Das ist nichts für empfindliche Gemüter. Leider bringen die Massen auch entsprechenden Müll mit sich und an Strand und auch im Wasser ist es nicht immer, wie wir es gerne hätten. So werden wir wohl wieder in den frühen Morgenstunden schwimmen gehen, da ist das Wasser noch jungfräulich frisch und sauber. Juli/August sind nicht die erholsamsten Monate auf Mallorca. Wer nicht muß, wegen der Ferien, sollte in diesen Monaten die Insel meiden. Daher fliegen viele Inselbewohner in diesen Monaten nach Hause, nach Deutschland oder die Spanier aufs Festlend, wo es eben nicht so heiß ist. Das werde ich im nächsten Jahr auch so machen. Im Haus ist es gut aushaltbar und natürlich sehr ruhig und friedlich und mit einem Ventilator hält man es immer aus, wenn mal kein Wind weht. Das ist der Vorteil, man muß nicht in die Massen stürzen, man hat ja einen Rückzugsort. 

Der Garten

 

Nun geht es weiter mit dem Garten, den man als solches gar nicht bezeichnen kann. Die Beete sind verwildert mit wildem Hafer bewachsen und so steinhart, daß man mit einem Meisel kaum durchkäme. Also schön bepflanzen geht erst mal nicht. Bei der langanhaltenden Hitze muß man auch überlegen, was man anpflanzt. Denn bei vielen blühenden Pflanzen muß ja entsprehcned viel gegossen werden. Ich denke an einen Steingarten mit Kakteen- mal sehen. Morgen kommt ein Gärtner, der erst einmal mit einer Maschine die Gräser alle mäht und danach wird der Boden auch mit einer Maschine aufgelockert. Wir haben 3 große Palmen im vorderen Eingangsberreich. Die waren mit den verwelkten Blättern bis 3 Meter nach unten zu gewachsen. Da mußte ein Gärtner mehrere Stunden unter disen Blättern alle diese alten Palmwedel abschneiden. Das waren Berge von Palmwedeln, die wir entsorgen mußten und die alle echt gefährliche Haifischzähne hatten. So arbeiten wir uns Stück für Stück voran und hoffen, daß keine größeren Überraschungen mehr auftauchen. Natürlich bekommen wir von mehreren Residenten, die schon ein paar Jahre hier leben immer gute Tipps- der eine sagt, Rasen, der andere sagt Steine usw... man muß sich selbst entscheiden. Genau so ist es mit den Empfehlungen der Handwerker. Ich habe noch nie so viele Handwerker empfohlen bekommen. Jeder kennt hier jemanden, der alles kann und jeder schwört auf seinen Handwerker. Letztendlich muß aner der richtige für unsere Bedürfnisse gefunden werden. Was habe ich hier schon ganze Tage auf Handwerker und Gärtner gewartet. Manana ist gar nichts- Sa muß man echt Geduld haben. Aber alle sind liebenswert und nett und haben immer eine Entschuldigung. Man kann nie richtig böse sein. Und es schult mein spanisch ungemein, immer mit den Handwerkern am telefon zu reden. So ist wenigstens mein Gehirn gut beschäftigt und ich roste nicht ein. Erst mal sonnige Grüße Edith

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